KRANKENHAUSKLIMA AUS ERSTER HAND
Die HLK-Aspekte der Spitalhygiene sind auf den zwei folgenden Ebenen zu sehen:
- Der Ebene der nichtspitalspezifischen Anforderungen an einen zeitgemässen Hygienestandard wie er heute durch die VDI-Richtlinie 6022-1 definiert ist.
- Der Ebene der spitalspezifischen, speziellen Hygieneanforderungen als Teile einer gezielten Infektionsprophylaxe.
Auf beiden Ebenen hat sich in jüngster Zeit ein deutlicher Wandel vollzogen. Während die nichtspitalspezifischen Anforderungen an HLK-Anlagen als Folge der SBS-Problematik deutlich gestiegen sind, wurden die spitalspezifischen Hygieneanforderungen kritisch hinterfragt und in weiten Teilen deutlich reduziert. Mit dem Fokus auf das Wesentliche wurden aber Evidenz basierte Massnahmen verstärkt ausgebaut und bis hin zu den Abnahme- und Überwachungsmethoden neu und strenger geregelt.
Fachliche Basis für beide Ebenen ist die von den Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Fachgesellschaften für Krankenhaushygiene erarbeitete Hygieneleitlinie (www.dgkh.de). Zusammengefasst wird von dieser Leitlinie folgendes zur Umsetzung empfohlen:
"Mit bisher einer einzigen Ausnahme, der multizentrischen Lidwellstudie (Lidwell et al.,1986), gibt es keine klinischen oder mikrobiologischen Studien, welche die Luft als Erregerreservoir für endemische, postoperative Infektionen belegen könnten. Hingegen wird mit überzeugenden Daten nachgewiesen, dass aerogene Kontaminationen von Instrumenten und Materialien im unmittelbaren Wundumfeld stattfinden können. Zudem gibt es aus der klinischen Praxis eine Vielzahl dringender Hinweise dafür, dass die Luft bei der Erregerübertragung während Operationen im Zusammenhang mit epidemischen postoperativen Infektionen von grosser Bedeutung sein kann."