Kantonsspital Baar

Wettbewerb2002
Planung2002 - 2007
Baubeginn2005
Einweihung2008
Bausumme HLKCHF 8 Mio.
ArchitektenBurckhardt+Partner, Zürich
BauherrBaudirektion Kanton Zug

Das Energiekonzept beruht nicht nur auf einer sinnvollen Kombination von verschiedenen Komponenten zur Erhöhung und zur Absenkung des Temperaturniveaus für die Wärme und Kältenetze, sondern auf der konsequenten Umsetzung der Sanften Klimatechnik für den Spitalbau.

Der Kältebedarf wird im Wesentlichen direkt über das Grundwasser gedeckt. Lediglich Tieftemperaturverbraucher wie Direktkühlungen von medizinischen Geräten werden über eine mechanische Kühlung versorgt. Die Abwärme wird im Winter zu Heizzwecken verwendet.

Durch Umsetzung der Sanften Klimatechnik ergeben sich über die Reduktion der Luftvolumenströme und der Umlagerung von Heiz- und Kühlleistungen auf das Medium Wasser nicht nur eine deutliche Verkleinerung der Wärme- und Kälteerzeuger, sondern auch klare Vorteile im späteren Energieverbrauch.

Das HLK-Komfortkonzept dieses Projektes nutzt die physiologisch akzeptable Bandbreite der Raumklima-Parameter. Es gestattet zwar lastabhängige Lufttemperaturunterschiede zwischen einzelnen Räumen, entstresst aber den menschlichen Wärmehaushalt durch gute physiologische Randbedingungen.

Diese neue Freiheit der Behaglichkeitsplanung, zusammen mit den eigendynamischen Selbstregeleffekten raumtemperaturnaher Heiz- und Kühlflächentemperaturen, gestattet erhebliche technische Vereinfachungen der Systeme. Aus der Vergangenheit bekannte und notwendige Zoneneinteilungen und raumweise Eingriffsmöglichkeiten in die Leistungsfähigkeit der Power-Systeme erübrigen sich heute. Dies hat zur Folge, dass beispielsweise beim Umbau einer Raumgruppe mit neuer Aufteilung und Nutzung der Räume gar keine Anpassungen an das Heiz- und Kühlsystem mehr notwendig sind. Einzig die auf Grundlüftung minimierte Luftführung muss geographisch an die neuen Räume angepasst werden.

Für individuell höhere Wärmelasten werden Tertiärsystemanpassungen im Tertiärsystem gelöst. Dazu stehen im geplanten Mass Anschlussmöglichkeiten an das Kühlnetz zur Verfügung.